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Fellen
Garde des Königs


Alter: 31
Anmeldungsdatum: 16.11.2007
Beiträge: 1525
Wohnort: Lyss

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vollständiger Name: Fellen Farnblatt
Alter: 19
Volk: Menschen
Herkunftsort: Breeland
Familienstand: Ledig
Beruf / Beschäftigung: Waldhüter (Drechsler, Förster, Bauer)
Fellen wuchs in Bree heran, bis seine Schwester Dara geboren wurde. Das Heim, in dem er und seine Familie wohnten, war recht klein und bescheiden eingerichtet. Bendor, der Vater von Fellen arbeitete bei einem örtlichen Hufschmied als Gehilfe und sparte das Geld, um später ein Gehöft ausserhalb von Bree bauen zu können.
Während der Schwangerschaft von Anva, seiner Frau, kaufte Bendor ein Grundstück am Rand eines Waldes, das in etwa zwei Stunden zu Fuss von Bree aus erreichbar war. Er baute mit Hilfe von Freunden einen kleinen Hof darauf.
Tiere hatten sie keine, Bendor ging auf die Jagd und Anva Bepflanzte die Felder mit Gemüse.
Fellen erhielt keine schulische Ausbildung, da er auf dem Hof zu helfen hatte. Viele Jahre lang lebte die Familie zufrieden und glücklich. Bis zu dem Tag, an dem sich Fellens Schicksal offenbarte:
Regen.
Seit drei Tagen nun regnete es ohne Unterbruch. Bendors Magen knurrte. Er sass auf seinem Stuhl und pöffelte an seiner Pfeife. Das machte zwar nicht satt, beschäftigte aber wenigstens seinen Mund etwas. Die Tür zur Rümpelkammer ging auf und Anva kam herein, einen Bottich gefüllt mit Holz unter dem rechten Arm. Sie war klein und recht mager, hatte aber ein sehr hübsches Gesicht und wunderschönes dunkelblondes Haar. Bendor liebte sie noch immer innig, wie am ersten Tag, als sie sich in Bree das erste Mal begegnet waren. Sie stellte den Bottich neben den kleinen rundlichen Ofen mit Kochplatte und gab ein paar Holzscheite in die dunkelrote Glut.
Bendor war 38 Jahre alt und hatte eine Glatze. Er war gross und hager gebaut und die Falten in seinem ledrigen Gesicht verrieten, dass er sich wohl oft draussen aufhielt. Mit seiner Frau zusammen hatte er den kleinen Hof nahe einem Waldstück ausserhalb von Bree gebaut, den sie und ihre zwei danach geborenen Kinder nun bewohnten. Sie waren grösstenteils Selbstversorger, bestellten ihr Feld mit Gemüse und Bendor ging auf Keilerjagd für Fleisch und Leder.
Fellen, ihr Sohn war im Winter fünfzehn Jahre alt geworden und würde nun alt genug sein, um in der Jagd geschult zu werden. Er war noch recht klein für sein Alter, aber schon kräftig gebaut und sehr geschickt. Seine jüngere Schwester Dara kam ganz nach ihrer Mutter, war intelligent und stets fröhlich.
„Der Regen wird weniger, Bendor. Gehst du noch auf die Pirsch, wenn’s heute aufhört?“
„Auf jeden Fall. Ich wäre ja schon früher gegangen, aber es ist nun mal meine letzte Bogensehne und wenn sie nass wird, kann ich gar nicht mehr jagen gehen.“
„Das weis ich doch“ Anva lächelte „Ich wollte dich auch nicht drängen, aber du weißt ja selber, wie es um unsere Essensvorräte bestellt ist.“
„Welche Vorräte?“ Gab Bendor schmunzelnd zurück. „Wir schaffen das schon. Es war ein harter Winter, doch früher oder später wird sich das Blatt wenden.“
Tatsächlich hörte es am späteren Nachmittag endlich auf zu regnen. Bendor machte sich bereit und holte seinen Sohnemann. Zusammen verliessen sie das Haus und betraten den nahen Wald. Fellen war nervös und angespannt. Noch hatte er keinen Bogen dabei, nur seinen beinah’ selbst gefertigten Dolch, auf den er sehr stolz war. Im Frühling wollte er nach Bree gehen, um dort einen Tag in der Woche arbeiten zu können, so würde er gegen Herbst bestimmt einen Bogen erwerben können.
Die Bäume trugen bereits das erste Grün des Frühlings und es duftete nach Harz. Durch den Tagelangen regen war der Boden aufgeweicht, das würde zwar die Spurensuche erleichtern, das Anpirschen jedoch wesentlich erschweren.
Aber es war etwas Anderes, das Bendor Sorgen machte: Keine Vögel. Und überhaupt schien es eigenartig ruhig zu sein. Kein Rascheln, Krächzen oder scharren… nichts.
„Was ist denn, Vater?“
„Ich weis es nicht. Lass uns weiter in den Wald hinein gehen. Aber vermeide jede Art von Geräusch. Wenn du etwas sagen musst, flüstere.“
Fellen nickte. Der Wald wurde dichter, je weiter sie hineingingen. Der Boden wurde fester, so dass sie zumindest nicht mehr bei jedem Schritt einsanken. In einiger Entfernung machte Bendor plötzlich ein schwaches Licht aus. Fellen hielt seine Nase hoch und schnupperte. „Feuer“ flüsterte er. Bendor nickte seinem Sohn anerkennend zu. Vorsichtiger als zuvor schlichen sie voran. Die Bäume wurden allmählich lichter und der Geschmack des Rauches penetranter. Und Stimmen drangen zu ihnen herüber, noch zu leise, als dass man etwas verstehen konnte.
Fellen sah zu einem umgestürzten Baum hinüber und deutete seinem Vater, dort Deckung zu suchen. Sie pirschten hinüber und waren nun so nahe am Lager der Unbekannten, dass sie ihre Stimmen gut hören konnten. Nur verstehen konnten sie nichts, denn es war eine Sprache die sie noch nie gehört hatten. Am liegenden Baumstamm angekommen, hatten Bendor und Fellen fast freie Sicht auf das Lager. Es war eine Eiförmige Lichtung, fünf Zelte standen im Kreis um ein kleines Feuer. Sie zählten sieben Personen, die mit dem Rücken zu ihnen standen und mit einem einzelnen gegenüber sprachen, der von selbigen verdeckt war. Aus dieser Entfernung war nur wenig zu erkennen. Merkwürdig waren die Langen Arme und die extrem gebückte Haltung. Bendor erstarrte. „Orks“ presste er zwischen den Lippen hervor und verfluchte sich dafür, mit seinem Sohn so tief in den Wald gegangen zu sein.
Er versuchte, sich ruhig zu geben. Fellen hatte offensichtlich noch nicht begriffen, was diese Kreaturen waren. Bendor selbst kannte sie nur aus Beschreibungen von den Leuten in Bree und von Zeichnungen, die er einmal im Rathaus gesehen hatte. Er selbst hatte deren Existenz immer als Ammenmärchen abgetan. Bis heute.
Die Abenddämmerung hatte bereits eingesetzt und an den Baumkronen sah man das blutrote Glühen sich verabschiedender Sonnenstrahlen.
Bendor legte die Hand sanft auf Fellens Schulter und deutete dann in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Sein Sohn nickte knapp und schlich auf allen Vieren seinem Vater voran weg vom Lager. Hier und da knackste es unter seinen Füssen oder raschelte, wenn er seine Hand in das dürre Laub setzte. Langsam aber sicher waren sie ausserhalb der Hörweite. Plötzlich hörte Fellen keine Stimmen mehr. Er war sich aber sicher, dass er sie noch hätte hören müssen. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn und sein Magen verkrampfte sich. Er blieb stehen, hatte Todesangst und wusste nicht warum. Sein Vater richtete sich halb auf. „Was ist? Geh weiter!“ zischte er.
Ein lauter werdendes Sirren erfüllte Fellens Gehörgänge. Es war ein Geräusch, welches ihn heute noch aus Albträumen hochschrecken liess. Das Sirren brach abrupt ab und Bendor schrie auf, als ihn ein Pfeil in die Hüfte traf. Eine Sekunde, lang wie ein Hauch der Ewigkeit stand er nur da. Dann traf ihn ein zweiter Pfeil in die obere Rückenhälfte. Er fiel stöhnend vornüber auf Fellen.
Nun wurde laut umhergeschrien, gerannt und getrampelt.
Bendor atmete schnell, machte aber keine Anstalten, aufzustehen. Stattdessen scharrte er mit armen und Beinen soviel Laub und Farn an sich, bis von seinem Sohn fast nichts mehr zu sehen war. Er drehte seinen Kopf soweit nach unten, bis er ein Auge von Fellen zu sehen bekam. Er sah ihn ruhig an und versuchte zu lächeln „Mach keine Bewegung und sag nichts, bis sie weg sind.“ Flüsterte er. Fellen fühlte, wie das warme Blut seines Vaters durch seine Kleidung drang. Panik stieg in ihm hoch, doch er hielt sich krampfhaft still.
Getrampel wurde lauter und diffuses Licht einer kleinen Fackel erhellte den Laubbedeckten Waldboden, kam schnell näher und hielt neben Bendor an.
„Brogûrz barach nerra!“ schrie der Ork zum Lager hinüber. Kurz darauf wurde ein nach einem Befehl klingendes Bellen zurückgerufen und der Ork rannte weiter in die Richtung, in welche Bendor und sein Sohn flüchten wollten. Vier weitere Kreaturen hasteten an den beiden vorbei und folgten nach kurzem Stopp dem Ersten. Die zwei letzten Orks aber, blieben bei Bendor stehen, der seinen kopf immer noch so gedreht hatte, dass er seines Sohnes Augen sah.
Sie lachten hämisch und redeten mit einander in ihrer Sprache:
„Rugh kerokh?“
„Karkag dâng gor!“
Wieder ein Lachen.
Der grössre Ork stupste mit seiner rostigen Klinge den vermeintlichen Leichnam an. Bendor regte sich nicht, sah seinem Sohn nur lächelnd in die Augen, dessen Gesicht von Tränen, Blut und Dreck verschmiert war.
Dann fuhr das Monster mit seinem Schwert der Kleidung Bendors entlang, bis er an der Stelle ankam, wo sich das Herz befand und drückte sein langes Schwert langsam in das Fleisch seines Opfers. Doch Bendor machte nicht die geringste Bewegung. Fellen sah, wie seine Augen sich verdrehten und schliesslich nur noch starr dreinblickten. Mit einem Ruck wurde die Klinge durch Bendors Körper an Fellens Gesicht vorbei in die Erde gestossen und gleich wieder zurückgezogen. Bendor, Vater von Fellen und Dara war tot.
„Nekruhl mergosh?“ brummte der Ork mit dem Schwert und deutete auf die Leiche.
„Geresh baku!“ Befahl der Andere. Beide rannten los, in die gleiche Richtung wie die Anderen zuvor.
Fellen krabbelte unter Bendors Körper hervor und blieb eine Weile schluchzend neben ihm sitzen. Dann nahm er ihm Bogen, Köcher und Umhang ab, deckte ihn mit etwas Laub zu und schloss ihm die Augen.
Er schnallte sich den Umhang um, hängte den Köcher um den Oberkörper und wischte sich die letzten Tränen mit dem Ärmel aus den Augen. Es war fast dunkel, als er losrannte. Der Umhang zuckte im Laufen hin und her, einige Male stolperte er und fiel hin, rappelte sich fluchend auf und rannte weiter. Als Fellen den Waldrand endlich erreicht hatte, sah er wie der Hof seiner Familie bereits lichterloh brannte. Weiter unten am Hang sah er den Orktrupp im schnellen Schritt davoneilen, dann hörte er einen jungen Schrei. Dara!
Fellen war erschöpft vom Lauf durch den Wald, doch es war im nun gleich. Alles war ihm gleich, nur das Leben seiner Schwester und das seiner Mutter hatten jetzt noch Wichtigkeit.
Er zog einen Pfeil aus dem Köcher, spurtete den Mördern nach, bis sie in Reichweite des Bogens waren. Keuchend spannte er den Pfeil ein, wiederholte sich die Lektionen, die er vom Vater im Garten erklärt bekommen hatte. „Auge Pfeil und Ziel!“ Er zog auf bis das Holz zu knarren begann „Atem anhalten“ er zitterte. Dann liess er die Sehne los. Sie peitschte nach vorn und der Pfeil verschwand in der Nacht, als würde er zu den Sternen fliegen.
Sekunden später hörte Fellen einen Schrei, die Gruppe lief weiter, bis auf einen der zu Boden ging und einen Anderen, der sich umdrehte und stehen blieb.
Fellen kniete sich hin und spannte den Nächsten Pfeil in den Bogen. Als er sich aufrichtete um zu zielen, sah er kurz etwas metallenes in der Luft aufblitzen. Im nächsten Moment fing sein Hals an zu brennen. Er sah noch einen braunen Schaft mit einer schwarzen Feder am Ende, der aus seinem Hals ragte, bevor ihn gnädige Dunkelheit umhüllte.
In Bree kam er wieder zu sich, von Heilern notdürftig versorgt und geboren in ein neues Leben voller Schatten, Schmerz und Tränen. Der Pfeil hatte ihn zwar nicht lebensgefährlich verletzt, jedoch war seine Stimme verloren.
Noch am gleichen Tag verliess er Bree und ging zum Hof. Doch alle übrigen Spuren verliefen sich im Wald und die Lichtung war verlassen und die Leiche seines Vater verschwunden.
So kehrte er nach Bree zurück, als streunender Bettler kämpfte sich durch sein Leben, Arbeit bekam er selten und seine Stimme kehrte bislang nicht wieder.
Ein Jahr später wandte sich Fellens Schicksal jedoch wieder zum Besseren, als er die Gefährten der Sippe „Sonnenwind“ kennen lernte. Fortan durfte er in ihrem Haus in der Breeland Siedlung wohnen und sein Geld verdienen, in dem er für den Wirt des „Tänzelnden Ponys“ auf die Pirsch ging.
Seit dem hatte sich die Situation im Breeland wesentlich verschlechtert: Räuber, Orks und anderes Gesindel machten viele Gegenden um Bree unbewohnbar. Fellen nutzte dies für sich und nahm Aufträge entgegen um das Dunkle unter Sonnenwinds Flagge zu bekämpfen und sich gleichzeitig im Kampfe zu üben.
Sein Trachten gilt jedoch nicht dem Frieden. Er will Vergeltung für Vaters Tod, das Verschleppen von Mutter und Schwester und für ein Jahr des lebens in Armut.
Die Flamme der Hoffnung in seinem Herzen, dass Anva und Dara noch leben könnten, brennt noch immer und seine Suche nach Ihnen solange andauern, bis er Gewissheit ob ihrem Schicksal hat.
Besonderheiten:
Das Besondere an Fellens Charakter ist -wie aus der Gschichte ersichtlich- dass er Stumm ist. Ausserdem kann er schlecht schreiben, da er sich dies Können erst in der Gosse angeeignet hat.
An manchen Tagen trauert er noch um seine Familie oder ist frustriert über sein Unvermögen, sie zu suchen, da er noch nicht ausreichend im Kampf geschult wurde.
Sobald er in der Gemeinschaft von Freunden ist, vergisst er jedoch oft seinen Ungemach. Dann ist er meist ausgelassen, fröhlich und hat eine Menge Unsinn im Kopf.
Ansonsten ist Fellen absolut Loyal zu Sonnenwind. Diese Gemeinschaft ist für ihn die Ersatzfamilie und gab ihm bereits so viel, dass er seiner Meinung nach auf ewig in ihrer Schuld steht. Dies ist ihm bewusst und danach handelt er auch.
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Zuletzt bearbeitet von Fellen am Mo Apr 12, 2010 6:14 am, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Einige Zeit später:
Die Schatten wurden länger, so dass Einige sagten, sie könnten sie in ihren Herzen fühlen. Schlimm war es in den Einsamen Landen. Noch schlimmer in Angmar. Fellen betrübte es, wenn er andere so sprechen hörte. Und bald erfasste die Dunkelheit auch sein Herz. Er gab sich freundlich und genügsam, beantwortete Fragen indem er die Antworten niederschrieb und lächelte, wenn es notwendig war. Sonnenwind war –Familiengleich- seine Sippe geworden. Der Junge aus Breeland mochte jedes einzelne Mitglied darin sehr.
Streifzüge in verschiedenen Gebieten, wo der Schatten von Angmar sich auszubreiten drohte, stählten Fellens Körper zusehends. Er war nicht etwa ein Mensch, der dadurch grosse Muskeln erlangte. Sein Körper wurde eher geschmeidig und sehnig.
Kaum jemand, der ihn nie kämpfen oder rennen sah, vermutete hinter der klein –bis mittelgrossen Gestalt, hinter den zerzausten, braunen, halblangen Haaren, die manchmal eine Gesichtshälfte verbargen und hinter der abgetragenen Lederkleidung, einen schnellen und äusserst beweglichen Kämpfer. Dieser Umstand kam ihm in vielen Situationen zugute.
Doch; je mehr Tote Orks und andere Sklaven des Bösen, er mit Pfeil und Dolch in den begierigen Schlund des Todes warf, desto trauriger wurde er. Es wurde ihm bald klar, dass er seine Familie in diesem Leben nie wieder werde sehen dürfen.
Die Schale, welche sich schützend um seine Seele schloss, hielt trotz der Risse stand. Auch Monate später noch, als er in Kummer und Mutlosigkeit das Sippenhaus betrat. Er fand die feiernde Sippe vor und gesellte sich hinzu.
Leyny, die die Cousine von Nadha Rosenrot und ausserdem eine wunderschöne Frau war, feierte ebenfalls mit und erfüllte Fellen mit einem Gefühl der besonderen Anziehung, welches ihm bislang unbekannt war. Augenscheinlich war sie ebenfalls von ihm angetan, womit Fellen niemals gerechnet hätte. Ein Tanz, ein Kuss auf seine Wange und schon war es um den jungen Breeländer geschehen.
(( Das Geschehen ist nachzulesen im ForenRP-Thread: „Nadha und der Haushälter“ ))
Leyny zeigte Fellen viele Aspekte der Liebe. Bei ihr fand er Geborgenheit und Zuflucht, sowie tiefe Zuneigung und gab selbige wider. Sie befreite sein Herz von der Schale, die er fortan nicht mehr brauchte. An deren Stelle schneiderte sie ihm neue Rüstungsteile, die so Meisterhaft gefertigt waren, dass er in Kämpfen beinah’ mühelose Siege errang.
Bald hatte sich Fellen genug Goldstücke durch Aufträge in Esteldín verdient, dass er sich ein Haus leisten konnte. Die rote Farbe am Briefkasten war noch frisch, als er Leyny den Schlüssel dazu gab. Die Freude in ihren Augen würde er niemals vergessen.
Doch Fellen wollte mehr. Leyny verlangte es nie von ihm, doch es war klar, dass der Umstand, nicht sprechen zu können jegliche Kommunikation –wenn auch nur gering- behinderte. Und da er wusste, wie gern er ihre liebliche Stimme hörte, sollte alles versucht werden, den Umstand zu ändern.
So vertraute Fellen sich Arkron an, einem uralten Elb und Mitglied der Sippe, welcher ihm nur den Rat gab zu üben und viel Zeit mit seiner Geliebten zu verbringen.
So übte der junge Mann in den Nächsten Wochen, wann immer die Zeit es ihm erlaubte. Doch es geschah nichts. Als ob es nicht sein sollte.
Erst als Fellen es beinahe aufgegeben hatte sprach er tatsächlich ein Wort aus. Nicht mehr als Geflüster war es, gefolgt von einem derben Hustenanfall, der sogar die Lautstärke des Raucherhustens von Galfar Steinranke, dem Hausmeister überflügelte. Doch war es dieses einzige Wort, dass ihn antrieb und bald wurden ganze Sätze daraus, während sich der Husten verminderte. So freute er sich sehr darüber, sich endlich wieder ohne Pergament und Feder austauschen zu können, wenn auch nur aus nächster Nähe, was einige Damen gar nicht mal so schlecht zu finden schienen und sich darob amüsierten.
Zufrieden mit sich selbst, führte Fellen dennoch seine Übungen fort und war sich gewiss, dass er einst wieder mit der Stimme eines Jungen Mannes würde sprechen, lachen und singen können.
Es war an einem schönen Sommermorgen, als sich des Jungen Jägers Schicksal überschlug:
Er brach auf einer Wiese vor seiner geliebten Leyny zusammen, nicht ohne zuvor schreckliche Worte an sie zu richten. Doch waren sie aus seinem Mund? Es mutete an, als ob sein Körper entrückt würde, als eine grässliche Stimme, die unmöglich seine sein konnte, an Leynys Gesicht brandete und sie vor Furcht erstarren liess.
(( Das Geschehen ist nachzulesen im ForenRP-Thread: Foren-RP-Thread: “Träume…” ))
Als Fellen stunden später im Sippenhaus aus seiner Ohnmacht erwachte, wusste er nichts mehr davon und konnte sich nur noch an den Abend zuvor erinnern. Dafür konnte er sprechen! Urplötzlich, als wäre er nie stumm gewesen, war seine Stimme wieder vorhanden. Seine Freude war grenzenlos und nachdem sich Leyny von ihrem Schock erholt hatte, wollten sie nicht mehr darüber reden, was an dem Morgen passiert war, sondern sich erfreuen an ihrem Glück, was sie auch taten, bis...
(( Das Geschehen ist nachzulesen im ForenRP-Thread: “Realitäten…” ))
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Fortan Ignorierte Fellen, was mit ihm passiert war.
Die Verdrängung funktionierte gut und er führte sein Leben fort.
Auch die bösen Träume kamen nicht wieder und so hielten Friede
und Glück scheinbar endgültig in Fellens Leben Einzug.

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((gehört zu diesem Foren-RP Thread))
Sein Bewusstsein kehrte zurück. Jedenfalls kam es dem am nächsten was er gerade tat. Denn wie für einen Jägersmann, Kundschafter und Überlebenskünstler üblich, wollten nach dem Erwachen des Körpers sogleich alle Sinne aktiviert werden, um möglichen Gefahren zu entgehen.
Doch es gelang ihm nicht. So sehr er sich bemühte zu sehen, da war nur Schwärze. Kein Gefühl in den Fingern, kein Geschmack, Geruch und auch kein Gehör. Nichts.
Auch die Erinnerung versagte, gab ihm nicht preis, was ihn in diese missliche Lage gebracht hätte. War er tot? Er rang um Fassung, denn Panik war nun keinesfalls das Richtige.
Plötzlich konnte Fellen sehen. Ein kleines Licht, als würde ganz weit hinten eine Tür langsam geöffnet.
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Hinter der Tür musste ein Raum mit Licht sein, Fellen wurde eine Silhouette davor gewar, die mit dem Türgriff in der Hand erstarrte. Nun bemerkte der Junge gefangene, dass er fühlen konnte. Er fühlte die Haare, die ihm ins Gesicht hingen. Fühlte, dass seine Arme seitlich von sich gestreckt hatte. Er schien im Raum zu hängen. Die etwas Gestalt schloss die Tür, worauf es augenblicklich wieder dunkel wurde. Anschliessend entzündete sich eine Kerze und erhellte die Gestalt an der Tür, welche einen Kapuzenmantel trug. In langsamen Schritten näherte sie sich Schritt für Schritt Fellen. Dieser hatte ein sehr ungutes Gefühl. Das alles kam ihm so unwirklich vor. Wie kam er hier hin und warum hatte ihn noch niemand gefunden? Wieviel Zeit war vergangen? Aber eine Frage Quälte ihn am allermeisten: Was war mit Leyny geschehen?
Fellen konzentrierte sich auf den verhüllten Mann, der nun beinahe heran war. Dieser Gang, die Körperhaltung... es kam ihm merkwürdig bekannt vor, als hätte er dies schon oft gesehen. Ein paar Schritt vor ihm blieb er stehen und zog mit der freien Hand die Kapuze nach hinten.
Fellen erschrak. „Vater?“ Im Kerzenschein war das Gesicht nicht deutlich zu sehen, aber Fellen reichte es aus um sicher zu sein, wessen Gesicht die Konturen gehörten. Mit fragendem, ungläubigen Blick sah er sein Gegenüber an, während dieser lächelte. Es war ein böses Lächeln.
„Hast du wohl nicht erwartet, oder?“
„Nein....ich...wo bin ich?“
Übelkeit, Angst und die Kälte der Einsamkeit stahlen sich in Fellens Magen, das alles wurde zuviel für ihn und er begann zu zittern.
„Wir sind in deinem Haus, Fellen. Wir beide...“
„Lüg mich nicht an! Du bist ...nicht mein Vater! Du kannst nicht...“ Fellen stöhnte kurz auf und liess seinen Kopf sinken, während Tränen seine Augen verliessen. Natürlich waren sie nicht in seinem Haus, dafür war der Raum zu gross. Und naürlich war dies nicht sein Vater.
„In der Tat“ Sagte sein Gegenüber nach einer kurzen Pause gleichgültig „Doch ich dachte, ein vertrautes Gesicht wäre dir vielleicht lieber, als ein Fremdes?“
Der Alte Mann zeigte nach rechts und beschrieb mit seinem Zeigefinger einen Kreis. In einiger Entfernung wurde daraus ein blau leuchtendes Oval von mehren Schritt Durchmesser. Im Innern des Gebildes wurde ein Bild sichtbar, Sterne waren darauf zu sehen, so viele wie sonst nirgends und Fellen wusste noch im gleichen Moment, von wo aus dieses Bild entstand, denn nur von der Wetterspitze aus sah man solche „Sternhaufen“, dass einem beim betrachten beinah schwindlig wurde.
„Wir sind hier. Leider noch nicht, wo wir sein sollten, dein dümmlicher Gaul hat sich das Bein gebrochen und ich musste ihn in den Sümpfen zurücklassen.“
„Auf der Wetterspitze gibt es keinen Raum von diesem Ausmass.“ Erwiderte Fellen kalt. „Es ist mir gleich wo wir sind, ich werde dich töten. Falls Leyny oder irgend Jemandem von Sonnenwind durch deine Niedertracht etwas zugestossen sein sollte, breche ich dir alle Gelenke und lasse dich so dein Ende finden.“
Die verwandte und doch fremde Gestalt sah ihn an und rollte mit den Augen. „Diese Jugend.“ Er lachte dunkel „Deinem Blondchen ist nichts geschehen, aber das wird noch! Denke nicht, dass ich mich vor dir fürchte. Fürs erste habe ich deinen Mondsteinring weggeworfen, sollten sie ihn finden, wird es als indiz des Todes reichen. Desweiteren solltest du spätestens jetzt als Mörder im ganzen Breeland gesucht werden.“
Der Alte sah wieder zu dem blau umrahmten Bild und sprach geduldig weiter, Fellens wütenden Blick ignorierend: „Und wie gesagt, wir sind hier, ob du es glaubst oder nicht. Ich habe deine Seele geentert, Fellen. Von dem Tag an, als du einen Pfeil im Hals stecken hattest, war ich bei dir. Es war meine Kraft, die dich wieder sprechen liess, genauso wie manche Ausbrüche, Mitleid mit dem Bösen und viele Andere hübsche Dinge. Und nun endlich habe ich die vollständige Kontrolle über deinen Geist. Wir sind hier in einem Überbleibsel deiner Seele und was du da drüben siehst, ist der Blick durch deine Augen. Wir werden nun nach Garth Agarwen gehen und durch deren geheime Gänge in die Ettenöden gelangen. Dort wirst du uns zum Sieg führen und den Platz neben unserem Herrscher einnehmen... also... eigentlich werde ich dies alles tun, aber du kannst immerhin zusehen, was dein Körper tut... bis in alle Ewigkeit!“ Er lachte laut und dreckig, drehte sich um und redete, während er sich von Fellen entfernte weiter: „Gehab dich wohl und viel Spass beim zusehen!“
Als die Tür ins Schloss fiel, lösten sich Fellens Fesseln und er fiel auf den Boden. Der Fall schmerzte kaum und es klang irgendwie dumpf. Das blaue Licht des Fensters, welches der Unbekannte geöffnet hatte, erhellte den Raum ein wenig. Fellen bewegte sich. Erst nur vorsichtig, dann stand er ruckartig auf. Mit einigen Laufschritten war er bei der Tür, doch sie war verschlossen. Alle Kraft, die er aufbot, schien nicht zu genügen, das massive Holz zu durchbrechen. Wütend trat er ein letztes mal dagegen und ging zurück zum Fenster.
Das Bild hatte sich geändert und liess Fellens Kinnlade runterklappen. Seinen staundenden Augen zeigten sich alle Teile seiner Rüstung und auch was darunter sich verbarg...sein Körper, ja, er musste es sein. Die Sicht bewegte sich, schwenkte. Alte, mit Moos bewachsene Gemäuer kamen ins Bild. Hinter den fast gänzlich zerfallenen Zinnen sah Fellen die gewohnt karge Landschaft der Einsamen Lande. Nun bewegte sich der Körper scheinbar und der Durchgang nach draussen kam auf ihn zu und wurde holpernd passiert.
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Fellen
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Fellen öffnete seine Augen und sah sich um. Er musste irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen sein, nachdem er Stunden versucht hatte, die Tür zu seinem Geist zu öffnen. Oder waren es Tage? Gar Wochen? Er wusste es nicht. Möglich, dass das Geschehen im Fenster ebenfalls nur ein Trick war. Er musste hier raus, in kurzer Zeit würde er sonst verrückt werden.
Ausser dem schwachen Scheinen des Fensters war es immer noch so dunkel wie vor seinem Schlaf. Durch das Fenster war nichts zu sehen ausser Schwärze. Wahrscheinlich liess das Wesen seinen Körper gerade ruhen, bevor der Marsch weitergeführt wurde.
Fellen war wütend. Er hatte alles falsch gemacht was man falsch machen konnte. Hätte er nur auf Yarna gehört. „Liebe macht blind“ hörte er sich sagen und trat wuchtig gegen die Wand neben dem Fenster. Dumpfer Schmerz durchzuckte ihn und er humpelte einmal fluchend im Kreis, bis der Schmerz in abklingendem Surren verging.
Kampfeslärm erklang und Fellen sah zum Fenster. Dämmerung in irgend einer Gegend, wo er noch nie zuvor war. Sie bewegten sich auf einen kleinen Hügel am Waldrand hinauf und kauerten nieder. In nur zweihundert Schritt Entfernung gab es ein kleines Scharmützel zwischen einer Übermacht aus Mitgliedern der freien Völker und Orks. Diese waren in der Unterzahl so würde es nur kurz dauern, bis die Anhänger des Bösen im Grase liegen würden, dachte sich Fellen und sah gebannt zu, während blanker Stahl funkenstiebend auf einanderprallte und sich bald rot und schwarz färben würde.
Plötzlich schob sich Fellens Langbogen ins Bild und ungelenk wurde ein Pfeil aufgelegt und in Richtung der freien gezielt. Die Sehne wurde aufgezogen und mit einem peitschenden Knall verliess das Geschoss das mit goldenen Schnörkeln verzierte Holz. Fellen fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und stiess einen kurzen Schrei aus. „Hör auf damit! Hör auf du Monster! Ich töte dich!“ Schrie er in das Fenster während der Pfeil irgendwo in der Dunkelheit verschwand ohne ein lebend Ziel zu finden. Er versuchte jenes Fenster zu zertrümmern, doch langte seine Faust ins Leere. Er wandte sich ab, als der nächste Pfeil auf die Sehne gelegt wurde. Seine Knie gaben nach, als er nach einem erneuten Sehnenknall durch einen entfernten Schrei erfahren musste, dass einer der Guten Verletzt oder gar tot war.
Fellen rutschte an der Wand herunter bis er mit dem Gesäss am Boden aufschlug. Ein weiteres Peitschen, ein weiterer Schrei. Der junge Jäger weinte verzweifelt und vergrub seinen Kopf zwischen den Beinen. Noch fünfmal wurde seine Seele mit Peitschenhieben der Bogensehne und Markerschütternden Schreien der Fallenden gequält, danach war Ruhe. Fellen hatte sich gegen die Wand gedreht. Langsam öffnete er die Augen. In Strömen verliessen seine Tränen die Augen. Er wischte sie mit dem Ärmel ab.
Ob es ohne mich überleben kann? Kam ihm der Gedanke. Ich werde bestimmt nicht umsonst am Leben gehalten. Ich werde mich umbringen, das ist der einzige Weg.
Schnürfend wischte sich Fellen noch einmal übers Gesicht und gluckste einige Male. Entschlossen wollte er aufstehen und sich eine Möglichkeit ersinnen, wie er dem ganzen ein Ende machen könnte. Da erblickte er etwas. Nicht wie an der Tür, hatte hier scheinbar ein Stück Holz nachgegeben. Er berührte die Stelle, welche sich tatsächlich als eingedrückt erwies. Seine Faust pochte dagegen, aber da alles so gedämpf klang, wie es sich anfühlte, konnte er nicht sagen, was sich dahinter verbarg.
Er hieb einmal fest gegen die Stelle, was nun doch sehr schmerzte. Wütend kniete er sich vor der Wand hin und starrte auf sie ein, als wäre sie das Böse persönlich.
„Dies ist mein Körper und mein Geist. Es steht mir zu, zu tun was ich will.“ Sprach er ruhig aber wütend.
Ein weiterer heftiger Hieb traf das Holz, doch der Schmerz war zu Fellens Erstaunen weit weniger schlimm als erwartet. Weitere Faustschläge wurden an die Wand gewuchtet, Fellen schlug immer schneller zu und bald schon lösten sich erst kleinere, dann immer grösser Splitter ab, fielen zu Boden. Dass nach und nach ein Loch entstand kümmerte ihn scheinbar nicht. keuchend, fluchend und bald schreiend flogen seine Fäuste an die Wand, rissen ganze Stücke heraus bis das Loch gross genug für seinen Körper geworden war. Ohne zu überlegen wuchtete er sich selber hindurch und fiel auf steinernen Boden hinab. Es war dunkel, kühl und roch modrig. Etwas entfernt bemerkte Fellen eine Lichtquelle und darunter stand ein Kind. „Dara!“ Fellen flüsterte den Namen seiner Schwester. Wie in Trance stand sie unter dem Lichtkegel mit geschlossenen Augen und schien Bewegungen nachzuahmen. Sie duckte sich, sah sich blind um, duckte sich wieder, schien sich zu verstecken.
Fellen dämmerte was hier geschah, wer den Körper seiner Schwester als Abbild gestohlen hatte und nun seinen Körper steuerte. Sein Herz begann zu hämmern, als er anlauf nahm und direkt auf die Gestalt zurannte. Mit einem Satz überbrückte er die letzten drei Schritte und schlug mit dem Ellbogen ungebremst wie ein Geschoss in der Brust seines Gegners auf, welcher vier Schritt nach hinten geschleudert wurde. Verwirrten Blickes krümmte sich das Wesen zusammen und Fellen bemerkte wie der Raum um ihn zu wanken begann. Die Konturen, das Gesicht und der Körper verschwammen, schienen an Festigkeit zu verlieren, wie Wachs der erwärmt wird.
Schlussendlich war es eine kleine dünne Gestalt von Falten übersäht und haut, die blass von seinen Gliedern hing. Keuchend und ungläubig sah sie zu Fellen auf. Dieser überlegte nicht lange und stürzte sich auf seinen Gegner, klemmte seinen Hals in den Arm und sprach unter langsam zunehmendem druck seines Unterarms:
„Wer hat dich geschickt und warum?! Rede!“
Keuchend kam die Antwort „Fellen...wir müssen weg...sie haben uns gleich!“
Er erhöhte den druck stehtig weiter bis das Wesen ängstlich zu röcheln begann „Dann gib mir meinen Körper zurück!“
„Nein...ich kann nicht...es ist zu spät“ Qiekte es aus des anderen Hals.
„Dann stirb, mögest du niemals Frieden finden.“
Fellen zog unter zuhilfenahme des anderen Handgelenks seinen unterarm feste an sich, das Böse erzitterte in seinem Todeskampf und wenig später ertönte das grausige Knirschen des brechenden Genickes worauf der Körper erschlaffte. Keuchend schob Fellen die Gebeine von sich und stand auf. Immernoch schwankte der Raum bedrohlich und langsam bekamen die Bewegungen mehr und mehr intensität. Hie und da schienen sich Felsen zu lösen, bei deren Aufprall am Boden Fellen fast umgeworfen wurde.
Plötzlich war alles aus. Lärm, Licht und der modrige Geruch verschwanden. Stattdessen hörte Fellen das rauschen von Blättern im Wind, roch kühle aber reine Luft und als er die Augen öffnete, sah er den Ansatz von hohem Gras, in dem er scheinbar lag. Schmerzen durchzuckten ihn und er hörte Stimmen von weit, die sich näherten. Befehle wurden gebrüllt. Fellen drehte sich auf den Rücken. Sterne. Milliarden von Sternen. Ruckartig motoviert stand er auf und trotz der Schmerzen fühlte er sich gut und war heilfroh, endlich wieder frei sein. Nach kurzem umschauen und -hören entschied er in eine Richtung zu fliehen. Wahrscheinlich wurden die Orks doch noch besiegt und Fellen war nun der gejagte. Der Vorsprung, den er vor seinen Verfolgern hatte, war gross genug, um sie mühelos vollständig abzuhängen.
Sein Verstand arbeitete fieberhaft. Wo sollte er hin? Falls es die Wahrheit gesprochen hatte, wurde er nun von allen möglichen Leuten gejagt. Auch von der eigenen Sippe?
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Fellen
Garde des Königs


Alter: 31
Anmeldungsdatum: 16.11.2007
Beiträge: 1525
Wohnort: Lyss

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Der Schritt in das neue Leben
Eine lange Zeit war vergangen. Zwei Jahre, um etwas genauer zu sein. Zwei Jahre um Geist und Körper genesen zu lassen. Fellen war in die Wildnis Eregions gegangen, nein geflohen. Alles hinter sich lassend; sein Leben, seine Sippe, seine Liebe.
Das Gift in seinem Körper, das ihm damals den Verstand geraubt hatte, machte ihm noch lange zu schaffen, brachte ihm Anfälle und liess ihn beinahe Sterben. Es war ihm gleich. Er lieferte sich der Natur aus, dem was ihm nach all dem Leid geblieben war. Mit der Zeit nahmen die Anfälle ab, wurden seltener.
Der Junge Mann fing an zu Jagen und sich von Beeren zu ernähren, häufte sich Wissen über die Natur durch Erfahrungen am eigenen Leib an. Mit der Zeit begann seine Trauer und sein schlechtes Gewissen abzunehmen, es senkte sich nach eineinhalb Jahren endlich auf ein erträgliches Mass herab.
Nach vielen Abenteuern und anstrengenden Erlebnissen, die er bis dahin erlebt hatte, kam er zurück und besuchte Sonnenwind. Einfach so, ohne zu wissen, ob sie ihn verachteten oder gar töten wollten. Doch nichts von alledem war der Fall. Er traf Perline, sowie einige Andere wieder und lernte neue Gesichter kennen, die sich in der Zeit zur Sippe gesellt hatten. Aber unter vielen Anderen die weggegangen waren oder starben, war auch seine Liebe nicht mehr da.
Und trotz all der unerwarteten Freude über seine Rückkehr…
Unter der Ausrede, einige Dinge noch klären zu müssen, zog er sich wieder zurück und es sollte noch über ein halbes Jahr dauern, bis er auch dies verarbeitet hatte und Leynys Weggang akzeptieren konnte.
Dann konnte er zurückkehren. Endlich. Ohne all die alte Last auf den Schultern seiner Seele. Die Freude und das Leben war in seine Augen zurückgekehrt.
http://gilde-sonnenwind.de/viewtopic.php?p=56518#56518
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